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29.03.2017
Bildtafel 89: Vern Ordo 5, fol 10 (5. Ordnung des Frühlings)

Die Madonnenlilie (88, I u. III; 89, I u. III) ist bei uns zwar nicht einheimisch, seit dem Mittelalter aus unserer Kultur jedoch nicht mehr wegzudenken. Auf zahlreichen Darstellungen Mariens ist sie der Gottesmutter als Attribut zugeordnet, so wie sie schon in vorchristlicher Zeit mit Juno in Verbindung gebracht wurde. Die von ihrer Blütenform überwältigend schöne, zugleich aber von der Farbe zurückhaltende Blume wurde zum festen Bestand der alten Bauerngärten. Um die stattliche Höhe der Pflanze zu verdeutlichen, stellte der Kupferstecher sie in zwei Teilen dar.
Die leuchtend roten, turbanförmigen Blüten der roten Lilie (88, II) geben einen Vorgeschmack auf die Türkenbundlilien späterer Tafeln.
Der langblättrige Ehrenpreis (89, II) ist ein stattlicher Vertreter der großen Gattung, von der in Deutschland allein über 30 verschiedene Arten heimisch sind. Wegen seiner leuchtend blauen Blüten, die in auffälligen Ähren stehen, ist er auch noch heute eine beliebte Zierpflanze.

(Werner Dressendörfer: "Die Pflanzen des Hortus Eystettensis. Ein botanischer und kulturhistorischer Spaziergang durch das Gartenjahr." In: Hortus Eystettensis. Commentarium. A cura di Klaus Walter Littger u.a. Sansepolcro: Aboca, 2006, S. 58-274)
Mit freundlicher Genehmigung von Aboca Museum