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18.11.2017
Bildtafel 324: Aut Ordo 1, fol 6 (1. Ordnung des Herbstes)

Der Paprika (324, I-II; 325, I; 326, I-II; 327, I-II; 328, I-II; 329, I-II; 330, I-II; 331, I-II), ebenfalls ein Nachtschattengewächs, ist uns als Gewürz und als Gemüse heute so vertraut, daß wir zu leicht seine amerikanische Herkunft vergessen. Der sogenannte "Indianische Pfeffer" gelangte zwar schon sehr bald in die Alte Welt und wurde hier auch bereits in der Mitte des 16. Jahrhunderts kultiviert, allerdings praktisch ausschließlich als Zierpflanze betrachtet. Über Spanien gelangte der Paprika nach Griechenland, auf den Balkan und in die Türkei. Die Ungarn, deren Küche man heute spontan mit dem Paprika verbindet, lernten ihn wahrscheinlich über die Türken kennen. Aus Paprika isolierte der ungarische Biochemiker Albert Szent-György solche Mengen Ascorbinsäure, daß er im Jahr 1933 daraus die chemische Struktur des Vitamin C bestimmen konnte.

(Werner Dressendörfer: "Die Pflanzen des Hortus Eystettensis. Ein botanischer und kulturhistorischer Spaziergang durch das Gartenjahr." In: Hortus Eystettensis. Commentarium. A cura di Klaus Walter Littger u.a. Sansepolcro: Aboca, 2006, S. 58-274)
Mit freundlicher Genehmigung von Aboca Museum