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26.04.2019
Bildtafel 117: Vern Ordo 8, fol 1 (8. Ordnung des Frühlings)

Das Spektrum des Regenbogens schien den Griechen am besten geeignet, den Farbenreichtum der Schwertlilienblüte zu umschreiben und so gaben sie der Pflanze den noch heute gebräuchlichen Namen „Iris“, das griechische Wort für diese leuchtende Verbindung von Himmel und Erde. Botanisch lassen sich die Schwertlilien nach ihren unterirdischen Organen einteilen in solche mit Rhizomen, also Wurzelstöcken, und solche mit Zwiebeln, wobei die Schwertlilien mit Wurzelstock (117, I-IIII; 118, I-IIII; 119, I; 120, I-III; 121, I-III122, II u. III; 123, I-III; 124, I) hier abgebildet werden, während die aus Zwiebeln wachsenden erst auf späteren Tafeln (185-202) erscheinen. Auch das Auftreten oder Fehlen eines Haarsaumes auf den Kronblättern kann als Merkmal herangezogen werden. Die Gattung ist mit über 150 Arten über die ganze nördliche Halbkugel verbreitet und auch bei uns mit mehreren Arten einheimisch.
Die Nachtviole (119, II u. III), ein einheimischer Kreuzblütler mit weißer oder violetter Blütenfarbe erfreut besonders durch seinen Duft.
Der Frauenschuh (122, I) ist eine unserer schönsten einheimischen Orchideen, die stellenweise wegen ihrer ungewöhnlichen Blüten ausgerottet wurde.
Aus Südeuropa stammt der Strahlen-Breitsame (124, II), der bei uns nur sehr selten anzutreffen ist. Viele seiner alten lateinischen und volkstümlichen Namen wie „Lappa agrestis“ (=Ackerklette) oder „Ackerlaus“ leiten sich von seinen klettenartig anhaftenden Früchten ab.
Der Kreuz-Enzian (124, III) entspricht eigentlich nicht der landläufigen Vorstellung vom Aussehen der sprichwörtlichen Alpenpflanze, denn die blauen Blüten drängen sich in den Achseln der gekreuzt-gegenständigen Blätter den Stengel hinauf. Dieses Auftreten der Kreuzform genügte, um der Pflanze allerlei Heilkräfte zuzuschreiben.

(Werner Dressendörfer: "Die Pflanzen des Hortus Eystettensis. Ein botanischer und kulturhistorischer Spaziergang durch das Gartenjahr." In: Hortus Eystettensis. Commentarium. A cura di Klaus Walter Littger u.a. Sansepolcro: Aboca, 2006, S. 58-274)
Mit freundlicher Genehmigung von Aboca Museum